Erstmals eine Frau an der Spitze

Mireille Giel ist die neue Vorsitzende der TSG - Zwei Ehrenmitglieder ernannt - Jahnhalle wird am 6. November eingeweiht

Mireille Giel ist die neue Vorsitzende der TSG-Eisenberg. Die Stimmberechtigten auf der Jahreshauptversammlung wählten die bisherige stellvertretende Vorsitzende bei vier Enthaltungen an die Spitze des mit aktuell 2007 Mitgliedern stärksten Sportvereins im Donnersbergkreis. Giel löst Bernd Frey ab, der nach seiner Wahl zum Eisenberger Verbandsbürgermeister nicht mehr antrat. Stattdessen wurde Frey einstimmig zum TSG-Präsidenten gewählt, nachdem der bisherige Amtsinhaber Willmuth Klausing aus Altersgründen auf diese Position verzichtete.
Sie habe nicht "aus Langeweile" dieses Amt angenommen, so die neue Vorsitzende. Hauptberuflich arbeitet sie als pädagogische Fachkraft. Außerdem betätigt sie sich als TSG-Übungsleiterin, Französisch-Lehrerin an der Volkshochschule und Dolmetscherin im Dienste der Stadt. Mireille Giel bezeichnete sich in ihrer Antrittsrede als "gelungenes Beispiel für die Integration", die sich der Sportverein auf die Fahne geschrieben habe. Giel ist französische Staatsangehörige und die erste Frau an der Spitze der langen Vereinsgeschichte.
Sie werde den erfolgreichen Weg ihrer Amtsvorgänger weiter gehen, so die Vorsitzende. Die TSG werde immer mehr zum Dienstleister, der für alle Altersgruppen und sportlichen Interessen entsprechende Angebote mache. Vorrang habe Professionalität und Qualität der zertifizierten Übungsleiter in den Bereichen Sport und gesundheitlicher Vorsorge, so Giel. Sie erwähnte in diesem Zusammenhang die Auszeichnung durch den Deutschen Olympischen Sportbund für beispielhaftes gesellschaftliches Engagement und die damit verbundene 500-Euro-Spende der RV Bank Rhein-Haardt.
Zuvor begründete der bisherige Vorsitzende Bernd Frey nochmals seinen Verzicht auf die Kandidatur. Als VG-Bürgermeister wollte er Interessenkonflikte vermeiden, erklärte er. In den vergangenen sieben Jahren sei einiges bewegt worden, so Frey. Insgesamt wurden rund 55.000 Euro in die Renovierung von Arztpraxis und Gastwirtschaft investiert. Frey dankte dem Schützenverein Ramsen und der Stadt Eisenberg für die Ausweichmöglichkeiten während der Sanierung der Jahnhalle. Dies sei "ein langer, steiniger Weg" gewesen. Ohne Zuschüsse des Landes und des Donnersbergkreises sei die größte Investitionsmaßnahme in der Vereinsgeschichte mit über einer Million Euro nicht möglich gewesen, betonte Frey. Die Instandsetzungsmaßnahmen garantierten allerdings, dass die Räumlichkeiten auch in den kommenden Jahren genutzt werden könnten.
Die geplante Bauzeit von fünf Monaten habe jedoch neun gedauert. Die Gründe dafür erläuterte Thomas Radenheimer vom gleichnamigen Architekturbüro. Das zeitweise schlechte Wetter habe den Baufortschritt ebenso verzögert wie die "Überraschungen", die der Dachstuhl bereit gehalten habe. Einen mittelstarken Sturm hätte die Konstruktion nicht mehr überstanden, sodass die Halle einsturzgefährdet gewesen sei. Unter anderem hätten einige vorgeschriebene öffentliche Ausschreibungen von Aufträgen nicht das erwartete Ergebnis gehabt. Dem ursprünglich beauftragten Fensterbauer bescheinigte Radenheimer ein "fast betrugsmäßiges Vorgehen", das noch juristisch geklärt werden müsse. Am Sonntag, 6. November, soll die Jahnhalle offiziell eingeweiht werden.
Zu Ehrenmitgliedern wurden Hilmar Schäfer und Peter Neuendorf ernannt. Schäfer ist seit 1954 TSG-Mitglied. Neben sportlichen Aktivitäten bei den Prellballern war er ab 1994 als Erster und Zweiter Vorsitzender tätig. Sämtliche Baumaßnahmen an der Jahnhalle wären ohne ihn so nicht möglich gewesen, hob Bernd Frey in seiner Laudatio hervor.
Peter Neuendorf ist seit den 1970er Jahren bei den Prellballern, in der Jugendarbeit und im Gesundheitssport aktiv. Geehrt wurde auch die Show-Tanzgruppe "Crazy Jumpers", trainiert von Swetlana Werner und Sabine Gießen. Als hervorragende Sportler wurden von Guido Finkler der 20-jährige zweimalige süddeutsche Meister im Hürdenlauf, Guido Weis, und der 18-jährige Mittelstreckenläufer Daniel Rhodes besonders geehrt.

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.218
Datum: Montag, den 19. September 2011
Seite: Nr.23