1878 - 1882 Gründung des Vereins durch 27 junge Männer. Zum "Sprecherwart" wählt man den späteren Bürgermeister Heinrich Müller. Bereits im August des gleichen Jahres Teilnahme an der Jahnfeier in Grünstadt beim damaligen Turnverein 1861. Im September erfolgt die Aufnahme in den Pfälzer Turnerbund.
1883 - 1885 Aus Geldmangel kann das Deutsche Turnfest in Dresden nicht besucht werden.
1886 Die Mitgliederzahl beträgt in diesem Jahr bereits 62 Aktive. Die Gründung einer Männer-Turnriege wird beschlossen.
1887 Als erste größere Veranstaltung wird ein Bezirksturnfest durchgeführt, an dem 15 Vereine aus der näheren und weiteren Umgebung teilnehmen.
1888 - 1889 Nachdem in den zurückliegenden zehn Jahren seit Gründung des Vereins die Vorstandschaft mehrere Male wechselte, wählt die Generalversammlung den Lehrer Hermann Fink zum Vorsitzenden. "Zehn Jahre Turnverein 1878" wird mit einem geselligen Beisammensein gefeiert.
Zu dieser Veranstaltung spenden 43 Mitglieder den Betrag von 150 Mark zur Anschaffung einer Vereinsfahne. Die eigentliche Jubiläumsfeier findet in der zweiten Jahreshälfte statt, verbunden mit einem Fackelzug und Ball sowie der Weihe der Fahne. In diesem Jahr zählt man bereits 100 Mitglieder.
1890 Versicherung des Vereinsvermögens im Wert von 1000 Mark. Des weiteren erfolgt die Zuführung von 100 Mark an den "Turnhallenfonds".
1891 Bemerkenswert: Ausschluss einer Reihe von Turnern aus dem Verein, wegen "Nichterscheinens" bei den Übungsstunden.
1892 Teilnahme am Gauturnfest in Bad Dürkheim. Aufgrund hervorragender Leistungen erringt die Männerriege einen Preis "zweiter Klasse".
1893 Die Generalversammlung beschließt, dass das "Einführungsrecht" zum Ball auf das Äußerste beschränkt ist und Damen ohne Begleitung keinen Zutritt haben.
1894 Aus der Niederschrift der Generalversammlung:
Vorsitzender Hermann Fink hält eine "flammende" Ansprache aus Anlass des Geburtstages von Kaiser Wilhelm II. Der Überschuss von 110 Mark wird dem Turnhallenfonds überstellt. Jetzt beträgt die Höhe desselben 478,73 Mark. Das Gehalt des Vereinsdieners wird von 40 auf 50 Mark pro Jahr angehoben. Zusätzlich erhält er für "besondere Arbeiten" einen einmaligen Betrag von 10 Mark.
1895 Zu einem Kreisturnfest nach Straßburg wird eine Riege entsandt. Als Kostenbeitrag erhält jeder Teilnehmer 8 Mark.
1896 Beim Gauturnfest erringt eine 28 Mann starke Riege mit 36,5 Punkten ein Ergebnis, das zuvor in den drei pfälzischen Turngauen noch nicht erreicht wurde.
1897 Auf dem Konto des Turnhallenfonds stehen 600 Mark.
1898 Die Mitgliederzahl beträgt 194. Jetzt sind 725 Mark für einen Turnhallenbau "in der Kasse". Ein entsprechender Beschluss zum Baubeginn kann gefasst werden. (Unbeschadet der verweigerten finanziellen Mithilfe des Gemeinderates!) Erneut werden sieben Mitglieder ausgeschlossen, da diese den Verein nur als "Vergnügungsverein" ansehen. Vier Personen entschuldigen sich und werden wieder aufgenommen.
1899 Das Gesamtvermögen des Vereines beträgt 1.251,20 Mark. Der Gauturntag findet in diesem Jahr in Eisenberg statt.
1900 Das Vereinsjahr steht ganz im Zeichen des Gauturnfestes. Neben den turnerischen Disziplinen bilden Fahnenweihe, Feuerwerk und Militärmusik den Höhepunkt des Festes. Leider ist ein Defizit in der Vereinskasse nicht zu vermeiden, das jedoch durch freiwillige Geldspenden ausgeglichen werden kann. Mit einer Spende von 80 Mark trägt auch der Gemeinderat in "hochherziger Weise" dazu bei.
1901 Aus der Niederschrift der Generalversammlung:
Im Durchschnitt besuchen 30 Turner die Übungsstunden, was den edlen Prinzipien des Vereines entspricht. Die Mitgliederzahl wächst auf insgesamt 240 Personen. Der Hallenfonds steigt auf 1.820,63 Mark. Der Baubeginn der Turnhalle rückt näher. Vorsitzender Hermann Fink gibt bekannt, dass das Mitglied Frank von Müller bereit ist, oberhalb des Tanzplatzes dem Verein ein Grundstück zu überlassen. Die Halle soll auf einer Fläche von 21 auf 13m entstehen und etwa 14.000 Mark kosten. Es wird beschlossen, dem "Schenker" mit einem Fackelzug zu danken und ihn zum Ehrenmitglied zu ernennen.
1902 In diesem Berichtsjahr geht es meistens um´s liebe Geld.
Überschuss: 964,02 Mark
Turnhallenfonds: 2.844 Mark
Interessant: 25 Mark, die dem 1. Schriftwart für dessen "außerordentliche Mühewaltung" bewilligt werden, gibt dieser für den Turnhallenbau zurück. Wegen "Mitgliederzunahme" wird das Jahresgehalt des Vereinsdieners auf 70 Mark erhöht.
19 Turner fahren zum Kreisturnfest nach Pforzheim.
Der Bau der Turnhalle verzögert sich, weil die "Geometer" wegen Arbeitsüberhäufung die Vermessung des Platzes nicht vornehmen können. Die Einweihung des Platzes findet dann im Oktober statt. Herrn Frank von Müller wird hierbei die Urkunde zum Ehrenmitglied überreicht. Auf Wunsch des Geehrten findet der vorgesehene Fackelzug nicht statt.
1903 Das 25-jährige Bestehen des Vereines wird im August feierlich begangen. Drei Turnriegen mit insgesamt 75 Teilnehmern können aufgeboten werden.
Bei einer außerordentlichen Generalversammlung steht auf der Tagesordnung:
"Stellungnahme zu dem neu gebildeten Turnverein "Turnerbund Jahn".
Hierzu wird beschlossen: "Keine Missgunst gegen den neuen Verein hegen, neidlos seine Ziele verfolgen, nach Kräften dahin zu wirken, Reibereien und Streitigkeiten zu vermeiden. Jedes passive Mitglied kann beiden Vereinen angehören, jedes aktive Mitglied jedoch nur jeweils einem Verein.
1904 Bei der Generalversammlung ergibt sich ein Wechsel in der Vorstandschaft. Der bisherige 1. Vorsitzende Hermann Fink bittet darum ihn wegen Arbeitsüberhäufung von seinen Pflichten zu entbinden. Die Versammlung ernennt ihn für 15 Jahre vorbildliche Amtsführung zum Ehrenvorsitzenden. Als sein Nachfolger wird Theodor Kurtz gewählt.
Die Chronik berichtet für dieses Vereinsjahr von weiteren vereinsinternen Begebenheiten, wie Ausflug nach Bad Dürkheim, Beteiligung an der Einweihung eines Jahndenkmales in Speyer etc.. Interessant: Bei der Weihnachtsfeier erhalten alle auf Urlaub weilenden Soldaten freien Eintritt. "Solche (Soldaten oder Mitglieder ?) des Turnerbundes Jahn haben keinen Zutritt!"
1905 Die Vorstandschaft beschließt, am Turnfest des Turnerbundes Jahn nicht teil zu nehmen! (Fünf Mitglieder werden aus dem Verein ausgeschlossen, weil sie sich nicht an den Beschluss hielten und doch teilnahmen.) Eine 21 Mann starke Riege fährt zum Kreisturnfest nach Pirmasens.
1906 Die Vorstandschaft bleibt unverändert. Ein Schreiben des 1. Turnwartes des Turnerbundes Jahn, in dem dieser darum bittet, wieder in den Verein aufgenommen zu werden, wird vom Turnrat an die Generalversammlung weiter geleitet. Dort wird der Antrag abgelehnt!
1907 Einer Teilnahme am Kreisturnfest in Mannheim kann nicht statt gegeben werden, da die Lokale zu "hochpreisig" sind... ! Der "Gemeindebehörde" wird für den Anschluss des Turnplatzes an die Wasserleitung, die unentgeltlich erfolgte, gedankt.
1908 Zwölf Turner fahren zum Deutschen Turnfest nach Frankfurt/Main. In diesem Jahr drehen sich in der Hauptsache alle Aktivitäten des Vereines um den dringend notwendigen Turnhallenbau. Neue Berechnungen ergeben, dass die Halle mit den Maßen 25 x 20m ca. 31.000 Mark kosten wird. Trotzdem sind sich alle Anwesenden bei der Generalversammlung (nach langer Debatte) darüber einig, dass mit den Arbeiten baldigst begonnen werden muss. Das Vermögen wird (einschließlich des Turnplatzes) auf ca. 14.000 Mark geschätzt. Der Verein zählt 306 Mitglieder.
1909 Der Monatsbeitrag wird von 20 auf 25 Pfennige erhöht. Da die Spar- und Darlehenskasse nicht bereit ist, ein Darlehen von 32.000 Mark zu gewähren, einigt man sich, nur den eigentlichen Turnsaal mit Bühne und Galerie zu errichten. Die Gemeindeverwaltung wird gebeten, die benötigten Bruchsteine kostenlos zu liefern. Jetzt werden alle Arbeiten mit den in Frage kommenden Handwerkern besprochen und die Aufträge vergeben.
1910 Bei einer Versammlung wird bekannt gegeben, dass das Gauturnfest zusammen mit der Einweihung der Turnhalle am 11. und 12. Juni stattfindet. Die zwei Festtage werden zum Höhepunkt des bisherigen Vereinslebens. Die Niederschrift berichtet über dieses Großereignis: Am Abend des 11. Juni werden vom Festausschuss und den Festdamen der Bürgermeister und die Gemeinderäte am Rathaus abgeholt und in die neue Turnhalle geleitet. Ein Eröffnungsmarsch des Musikkorps des Straßburger Artillerie-Regiments 51 "durchbraust" die Halle. Ehrenvorsitzender Hermann Fink hält die Festrede. Gesangsvorträge des Gesangsvereins "Liederkranz", turnerische Vorführungen von Gastvereinen und der Gauriege finden "tosenden" Beifall. Ehrendamen überreichen drei Schärpen und an 18 langjährige Mitglieder werden Urkunden verliehen. Um zwei Uhr in der Nacht ertönt der letzte Marsch mit dem Titel: "Ab in die Quartiere".... ! Am Morgen des 12. Juni beginnen ab 6 Uhr (!) die Vereins-Wettkämpfe. Am Nachmittag beteiligen sich 38 Vereine am Festzug mit über 500 Turnern. Anschließend sorgen die Zöglingsturner, ein Faustballspiel und die flotte Musik der Militärkapelle für gute Unterhaltung. (Vermerk: Die neue Turnhalle wird auch anderen Vereinen gegen ein geringes Entgelt vermietet!) Auch in diesem Jahr: Gegen aktive Turner, die mehrmals hintereinander dem Turnbetrieb fern bleiben, wird streng vorgegangen. Sie werden aus dem Verein ausgeschlossen! Bei einer Mitgliederversammlung wird der Wunsch laut, die beiden Turnvereine mögen sich doch bald vereinigen!
1911 Generalversammlung: Der Verein zählt jetzt 435 Mitglieder. 18 Personen erklären ihren Austritt, da sie mit der Neuwahl verschiedener Turnwarte nicht einverstanden sind. Mehrere Turnbrüder besuchen das Fest zum 50-jährigen Jubiläum des Turnvereins 1861 Grünstadt. Erstmals nimmt an Turnwettkämpfen auch "das weibliche Geschlecht" teil. Bereits beim Sommerfest, das in der Hauptsache der Jugend gewidmet ist, sieht man 35 Mädchen der Oberklassen in Turnkleidung bei Reigen und anderen Spielen. Zum Aufbau einer Damenriege werden Mädchen ab dem 14. Lebensjahr in den Verein aufgenommen. Die neue Turnhalle dient bereits jetzt schon vielen Vereinen für deren Veranstaltungen. An der Feier aus Anlass des 90. Geburtstages von Prinz-Regent Luitpold nehmen mehrere Vereine teil.
1912 Der 1. Vorsitzende Theodor Kurtz tritt von seinem Amt zurück, das er seit 1904 -in einer schweren Zeit- inne hatte. Zu einem großen Tag für den Verein wird die Teilnahme einer elfköpfigen "Musterriege" am Kreisturnfest in Freiburg i.Br.. Aufgrund der hervorragenden Leistungen werden die Turner erstmals in die 1. Turnklasse eingereiht. Das Ehrenmitglied Frank von Müller stiftet aus Anlass der Vermählung seiner Tochter Erika als Dank für die dargebrachten Ovationen und den Fackelzug dem Verein 200 Mark.
1913 Einer Einladung des Turnerbundes Jahn wird Folge geleistet. Am Gauturnfest in Colgenstein-Heidesheim beteiligt sich eine 20 Mann starke Riege. Zum 35-jährigen Stiftungsfest wird die Kapelle des 23. Infanterie-Regiments aus Landau verpflichtet. Eingeladen sind sämtliche Gauvereine sowie die Vereine Mannheim, Oggersheim und Frankenthal. Zur Überreichung der "Zöglingsfahne" heißt es: Lotte Giel übergab die Fahne unter von "echt turnerischem Geist durchzogenen Worten"! Wettturnen, Frühschoppenkonzert und ein Fackelzug am Nachmittag runden das Jubiläumsfest ab. Die Schlussabrechnung für den Turnhallenbau liegt immer noch nicht vor. Vom kgl. bay. Bezirksamt geht eine Beschwerde über den bisherigen "Wirtschaftsbetrieb" ein, gegen die umgehend Berufung eingelegt wird.
1914 An Stelle des zurückgetretenen 1. Vorsitzenden Theodor Kurtz wählt die Versammlung Paul Rech. Man dankt dem bisherigen "Chef" für seine unermüdliche Arbeit zum Wohle des Vereins! Für das "Jahnhaus" in Freiburg an der Unstrut werden 20 Mark gespendet. Zur Errichtung eines Denkmals für den Freiheitskämpfer Theodor Körner (wo?) werden ebenfalls 20 Mark bewilligt. Der Turnerbund Jahn beteiligt sich am Sommerfest des Vereins. Nach der Mobilmachung zum 1. Weltkrieg ergeht von der Gauführung der Aufruf, den Turnbetrieb weiter zu führen. Auf amtliche Anweisung muss die militärische Jugenderziehung durchgeführt werden. Hierzu gehört auch die Gründung einer "Vereinigten Wehrabteilung" der hiesigen Vereine. Etwa 100 junge Männer zwischen 14 und 20 Jahren folgen der Einladung zu einer ersten Übungsstunde der "militärischen Ausbildung".
1915 In diesem Jahr kommt der Turnbetrieb fast völlig zum Erliegen. Bereits mehr als 100 Mitglieder sind bereits "unter die Fahnen geeilt"! Die Eltern werden aufgefordert, ihre Söhne zur regen Teilnahme an Wehrübungen anzuhalten.
1916 Der Turnbetrieb kann nur sehr eingeschränkt fortgeführt werden, da fast alle aktiven Turner "im Felde stehen"! Die Finanzlage des Vereines ist sehr schlecht; die laufenden Einnahmen reichen nicht aus, die notwendigen Ausgaben zu tätigen. Von der kgl. bay. Regierung werden 100 Mark Unterstützung gewährt. Für die Benutzung der Turnhalle durch die "Jugendwehr" zahlt die Gemeindeverwaltung 300 Mark.
1917 Die Generalversammlung weist einen schlechten Besuch auf. 23 Mitglieder starben auf den Schlachtfeldern Europas den Heldentod. "Die Turnerei liegt total brach", ist in der Niederschrift zu lesen.
1918 Bei der Generalversammlung sind lediglich zwölf Mitglieder anwesend. Die Alltagssorgen und Entbehrungen des Krieges lassen das Interesse am Vereinsgeschehen auf ein Minimum sinken.
1919 Im ersten Nachkriegsjahr belebt sich das Vereinsleben wieder. 96 Mitglieder nehmen an der Generalversammlung teil! Das Land wird von der beginnenden Inflation heimgesucht. Die Mitgliederzahl beträgt jetzt 305; dazu kommen noch 62 "Zöglinge". Die Gesamtschulden klettern auf 13.500 Mark. Bei der ersten Neuwahl seit Kriegsende wird Paul Rech in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. Um den Turnbetrieb wieder aufnehmen zu dürfen, muss an die französische Besatzungsmacht ein entsprechendes Gesuch gerichtet werden.
1920 Der Verein schickt zwei Turnbrüder zum Bundesturntag. Erstmals wird von der evtl. Gründung einer Fußballmannschaft gesprochen. Die dazu notwendigen Bälle, Trikots etc. sollen zu gegebener Zeit angeschafft werden. Mit der Wiederaufnahme der Übungsstunden ist noch nicht zu rechnen, da viele Teile des Turnsaales im Laufe der Jahre stark beschädigt wurden. Der Monatsbeitrag liegt bei 20 Pfennigen für Aktive, Passive zahlen 50 Pfennige und "Turnfreunde" (!) eine Mark. Gegen einen Aktiven wird Beschwerde geführt, weil er bei einem Turnfest der "Freien Turner" mitwirkte! Ein zweiter wird aus den gleichen Gründen aus dem Verein ausgeschlossen.
1921 Die Teilnehmerzahl an der Generalversammlung ist befriedigend. Die Mitglieder genehmigen den Betrag von 2.500 Mark, um den an die Firma Klebsandwerke veräußerten Teil des Turnplatzes zurück zu kaufen. Einem Gesuch des "Arbeiter- Turn- und Sportvereins" zur Überlassung verschiedener Turngeräte wird mit großer Mehrheit statt gegeben.
1922 In diesem Jahr wird dem Verein eine Schülerabteilung, bestehend aus 50 Mädchen und 60 Jungen angegliedert. Bei mehreren Turnfesten werden insgesamt 120 Preise errungen. Die Vereinsriege erkämpft beim Gauturnfest 79 von 80 erreichbaren Punkten und wird somit 1. Sieger. Bis zum Ende der Geldentwertung steigen die Preise ins Uferlose! Bereits jetzt wird ein Betrag von 9.000 Mark für die Vermietung der Turnhalle festgesetzt!
1923 Die stetig fortschreitende Inflation macht sich auch auf dem gesamten Sportbetrieb bemerkbar. So müssen einige Turnveranstaltungen infolge der "Geldschwindsucht" abgesagt werden. In die Satzung wird der Passus aufgenommen, dass Mitglieder der "Freien Turnerschaft" nicht in den Verein aufgenommen werden dürfen.
1924 Der Turnbetrieb leidet sehr unter den herrschenden -politisch instabilen- Verhältnissen. Nach einer Satzungsänderung heißt der Verein jetzt "Turnverein Eisenberg e.V.". Die Inflation ist vorbei, der Mitgliedsbeitrag wird für Aktive auf 25 Pfennige und auf fünf Pfennige für Damen und Zöglinge festgesetzt. Das ein Jahr zuvor ausgefallene Gauturnfest wird in diesem Sommer veranstaltet und bleibt allen Beteiligten in bester Erinnerung. Nahezu 500 Turner aus dem gesamten "Donnersberg-Leininger-Gau" nehmen daran teil.
1925 Besuch verschiedener Turnfeste, so in Weisenheim, Oppau, Tiefenthal, Wattenheim und Colgenstein.
1926 Die Mitgliederzahl verringert sich von 418 auf 351 (Austritte 76, verzogen 24, verstorben 2 -Neueintritte 35). Als Ursache für die vielen Austritte wird die ein Jahr zuvor beschlossene Beitragserhöhung auf eine Mark (pro Monat) ausgemacht. Der Beitrag wird auf 2 Mark (pro Vierteljahr) ermäßigt. Das Interesse am Damenturnen ist rückläufig. Nur noch 45 Turnerinnen nehmen an den Übungsstunden teil. Auch die Männerriege ist nicht besonders aktiv.
1927 Die Beteiligung an den Übungsstunden, sowohl bei der Damen- als auch der Männerriege ist wieder zufriedenstellend. Eine andere Situation ergibt sich bei der "Spieleabteilung". Hier macht sich die Gründung des Fußballvereins VfR Eisenberg bemerkbar. Es wird beschlossen, die Halle für die bevorstehenden politischen Wahlen im Jahr 1928 für Wahlveranstaltungen nicht zu vermieten.
1928 Erneut kann ein guter Besuch der Übungsstunden festgestellt werden. Eine Delegation besucht das "Deutsche Turnfest" in Köln. In feierlicher Form wird das 50-jährige Bestehen des Vereins begangen. (nähere Aufzeichnungen fehlen!)
1929 Der 1. Vorsitzende Paul Rech stellt sein Amt zur Verfügung. Für ihn wählen die Mitglieder bei der Generalversammlung Emil Massong. Ab sofort findet das "Schulturnen" auch in der Halle des "Arbeiter- Turn- und Sportvereins" statt, sodass die Miete hierfür von der Gemeindeverwaltung geteilt wird. Mit dem VfR Eisenberg wird ein Vertrag dahingehend geschlossen, dass die Turnhalle und der Sportplatz wechselseitig benutzt werden können. Der Turnrat ist sehr ungehalten darüber, dass vom Gemeinderat zum Kreisturnfest in Zweibrücken kein finanzieller Zuschuss gewährt wird. Dem Verein wird die Konzession zur Führung einer Gaststätte erteilt.
1930 Das vergangene Vereinsjahr war "nicht gerade rosig", so im Bericht bei der Generalversammlung. Die Finanzen leiden stark unter der allgemein schlechten Wirtschaftslage des Landes. Trotzdem können mehrere Turnfeste in der näheren Umgebung besucht werden.
1931 Ein schweres Jahr für den Verein.
Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Not machen auch den Sportlern zu schaffen. Die Vereinskasse ist durch dringend notwendige Neuanschaffungen von Turngeräten und kleineren Reparaturen an der Halle stark strapaziert. Der Turnbetrieb stellt sich der Zeit entsprechend dar.
Erstmals in der Vereinsgeschichte wird eine neu zu gründende Schwimmabteilung erwähnt. Hier klagt man über das nicht vorhandene Freibad. Auch eine Abteilung für Kleinkaliberschießen soll aufgebaut werden.
1932 Mit dem "Bruderverein" Göllheim wird ein Mannschaftskampf im Geräteturnen vereinbart. Arbeitslose Turner werden zum Bau einer 100m-Aschenbahn aufgerufen. Turnratsmitglieder müssen künftig bei unentschuldigtem Fernbleiben einer Sitzung 20 Pfennige in die Vereinskasse zahlen. Wegen des geringen Besuchs der Übungsstunden wird von einem "Abturnen" Abstand genommen. Ein wegen "unturnerischem Verhalten" aus dem Verein ausgeschlossener Turner wird nach Ablauf eines Jahres wieder aufgenommen.
1933 - 1948 Am 30. Januar 1933 übernehmen die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland! Das "1000-jährige Reich" beginnt! Jetzt nimmt das Unheil seinen Lauf.
Eigentlich sollen die kommenden Jahre eine Konsolidierung des Vereins sowohl auf sportlichem als auch auf wirtschaftlichem Gebiet bringen. Die sportlichen Aktivitäten bewegen sich im normalen Rahmen und "die Kasse stimmt" im Großen und Ganzen. Die politisch einseitige Einflussnahme auf alle gesellschaftlichen Gruppen wird bald erkennbar und macht auch vor Eisenberg nicht halt. Das "Deutsche Turnfest" wird schon ganz im Geiste der neuen Herren veranstaltet. Zuständig für den gesamten Sport wird der N.S.-Reichsbund für Leibesübungen.
Unter Eugen Glas bildet sich 1934 eine "Kunstkraftsportler-Gruppe". Bereits bei der Weihnachtsfeier treten die Sportler erstmals an die Öffentlichkeit. Mit der Erringung mehrerer Deutscher Meisterschaften in Fünfer- und Sechser-Gruppen werden sie in den folgenden Jahren zum Aushängeschild des Vereins. Ein Gauturnfest des Donnersberg-Leininger-Gaues wird auf dem VfR-Sportplatz veranstaltet; es sollte das letzte seiner Art bis 1945 sein. Trotz Übertritten von Turnern aus den nunmehr verbotenen Vereinen der Arbeitersportverbände stagniert der Sportbetrieb. "Gleichschaltung" und Bildung von halbmilitärischen Parteiorganisationen wie SA, SS, NSKK halten viele junge Männer vom Besuch der Übungsstunden ab. Schon bald werden sie zum Ableisten des "Arbeitsdienstes" verpflichtet und ab dem Jahr 1936 zum Militär "eingezogen". 1939 beginnt der unselige 2. Weltkrieg und endet 1945 mit der größten Katastrophe, die unser Volk je erleben musste.
Nach dem Krieg bleiben die Vereine zunächst verboten. Ihr Vermögen wird beschlagnahmt.
1949 - 1951 Erst im Dezember 1949 erfolgt die Wiedergründung des Turnvereins 1878, vor allem mit der Absicht, den Anspruch auf das frühere Vereinsvermögen erhalten zu können. Nach langwierigen Verhandlungen mit verschiedenen Behörden gelangt der Verein 1951 wieder in den Besitz von Turnplatz und Turnhalle. Jetzt ist auch die Zeit gekommen, alle Sporttreibenden in einem Großverein zusammen zu führen. Hier geht es um den Zusammenschluss mit der "Sportvereinigung Eisenberg", dem Nachfolgeverein des ehemaligen "Turnerbundes Jahn" und späteren "Arbeiter- Turn- und Sportvereins". Nachdem alle Regularien zwischen den beiden Vereinen abgearbeitet sind (was vieler Diskussionen bedarf - "Untere Turnhalle" "Obere Turnhalle"), wird endlich Wirklichkeit, was alle Sportler schon lange erhoffen! Die Fusion gelingt, der Großverein ist geboren! Sein Name: "Turn- und Sportgemeinde Eisenberg e.V.". Eine Satzung wird verabschiedet.
1. Vorsitzender: Gustav Mann
2. Vorsitzender: Josef Diehl
Die sportliche Betätigung nimmt wieder zu. Von der Gemeindeverwaltung wir das Spielfeld des neuen Sportplatzes der "jungen" TSG übergeben. Darüber freuen sich vor allem die Fußball- und Handballabteilung sowie die Leichtathleten. In einer außerordentlichen Generalversammlung werden erfolgreiche Sportler geehrt. Die "Jung-Glassinis" erringen die Deutsche Jugendmeisterschaft 1951/52 im Kunstkraftsport und Werner Ehard wird Pfalz- und 2. Deutscher Jugendmeister im 1000- und 3000m-Lauf.
Bemerkungen zur Vereinigung der beiden Vereine:
Es war das Werk vieler Idealisten; die Querelen der Vergangenheit hinter sich lassend, um der Sache des Sportes willen eine große "Sportlerfamilie" zu bilden. Die Protagonisten der ehemaligen Turn- und Sportvereine Eisenbergs verdienen es, auch noch nach mehr als fünf Jahrzehnten namentlich genannt zu werden. Männer wie Josef Diehl, Jakob Dietz, Gustav Mann, Jakob Letzelter, David Mayer, Paul Rech, Eugen Glas, Julius Holzheimer, Albert Rueff, Fritz Krauß und Philipp Mayer sind uns heute noch in dankbarer Erinnerung. Das eigentliche Fundament der heutigen TSG waren seine Vorgänger: Turnverein 1878, Turnerbund Jahn (später Arbeiter- Turn- und Sportverein Frei Heil), Verein für Rasenspiele, Arbeiter-Athletenclub Eiche, Deutsche Jugendkraft, Radfahrervereine Edelweiß, Wanderlust und Solidarität.
1952 Der TSG gehören 550 Mitglieder an.
Die Handballer erringen die Meisterschaft in der Bezirksklasse und steigen in die Landesliga auf. Drei Faustballmannschaften sind im Aufbau. Im März findet in Eisenberg der 1. Pfälzische Turntag statt.
1953 Ein bedeutendes Jahr für die TSG.
Im Juni feiert der Großverein, zusammen mit der politischen Gemeinde die Übergabe und Inbetriebnahme des neu erbauten Waldstadions. Gleichzeitig werden drei markante Daten in der Sportgeschichte Eisenbergs erinnert: 75 Jahre Turnverein 1878, 50 Jahre Turnerbund "Jahn" bzw. Arbeiter- Turn- und Sportverein "Frei Heil" und 30 Jahre Verein für Rasenspiele (VfR), die nunmehr alle in der Turn- und Sportgemeinde Eisenberg integriert sind. Bei einer Reihe von Veranstaltungen in der näheren und weiteren Umgebung machen die Leichtathleten erneut von sich reden. Den Titel eines Pfalzmeisters der Junioren in der 3 x 1000m-Staffel erringen Hubert Diemer, Werner Ehard und Werner Wolf.
1954 - 1955 Erstmals verweist die Chronik auf eine Boxstaffel innerhalb des Vereins. Der Mitgliederstand stagniert. Der Beitrag wird auf 75 Pfennige erhöht. Besonders die Verteidigung des Titels eines Deutschen Meisters durch die "Jungakrobaten" der Glassinis mit Herbert Glas, Heinrich Groh, Dieter Holzheimer, Horst Korrell und Günter Zaun erfüllen alle Sportler der TSG mit Stolz. Die Aktiven der Fünfer-Gruppe werden Vizemeister. Die Sechser-Gruppe wird erneut Deutscher Meister mit Eugen Glas, Max Henschel, Julius Holzheimer, Jakob Katzenbach, Heinz Klebb und Fritz Krauß. In dieser Saison läuft es noch besser in der Leichtathletik-Abteilung. Werner Ehard wird Deutscher Juniorenmeister über 1500m. In der 3 x 1000m-Staffel holen sich Hubert Diemer, Werner Ehard und Werner Wolf den Titel eines Süddeutschen Meisters.
1956 Der 1. Vorsitzende Gustav Mann legt sein Amt nieder. Als Nachfolger wählt die Generalversammlung Willi Wolf. Zum Andenken an das verdienstvolle Vorstandsmitglied Jakob Letzelter wird ein Faustballturnier veranstaltet, das jedes Jahr eine Wiederholung finden soll. Bei einer "Familienfeier" in der "Oberen Turnhalle" werden die Übungen des Landesturnfestes vorgeführt. An den Vereinsmeisterschaften der Leichtathleten nehmen 70 Sportler teil.
1957 Sehr eifrig zeigt sich die Tennisabteilung mit über 60 Mitgliedern. Am Gauturntag in Kirchheimbolanden beteiligen sich elf Turner. Erfreulich, dass jetzt endlich die Schwimmabteilung gegründet werden kann.
1958 Die Handballer werden Kreismeister und steigen in die nächsthöhere Klasse auf. Die Fußballer dagegen müssen in die B-Klasse absteigen. Die Sechser-Gruppe der Glassinis belegt bei den Deutschen Meisterschaften den 2. Platz. An der Vereinsspitze erfolgt ein Wechsel. Als Nachfolger des bisherigen 1. Vorsitzenden Willi Wolf wählen die Mitglieder Nikolaus Hoffmann. Als neue Sparte etablieren sich die Basketballfreunde. Wie schon des öfteren beteiligen sich TSGler an einem Deutschen Turnfest. In diesem Jahr reisen 24 Aktive nach München. Am Altersturnfest in Hettenleidelheim beteiligen sich mehr als 40 Senioren. Für die Kunstkraftsportler wird die Teilnahme am Sportpressefest in Kiel zu einem weiteren Großereignis in der so erfolgreichen Geschichte ihrer Abteilung.
1959 Die Tischtennisabteilung verzeichnet einen neuen Aufwärtstrend. Über 30 Spieler nehmen regelmäßig an den Übungsstunden teil. Die TSG besteht gegenwärtig aus 10 Abteilungen, die in der Mehrheit recht aktiv agieren.
1960 Wiederum eine wesentliche Veränderung in der Vereinsführung. Nikolaus Hoffmann gibt sein Amt auf. Als 1. Vorsitzender wird Rudolf Dietz gewählt. Das Gauturnfest in Bad Dürkheim besuchen zahlreiche Aktive und Jugendliche.
1961 In der "Unteren Turnhalle" werden dringend notwendige Umbaumaßnahmen durchgeführt. Auch die "Obere Halle" muss an verschiedenen Stellen repariert werden. Bis April sind bereits 20.500,-- DM für die "Untere" und 30.000,-- DM für die "Obere Turnhalle" verbaut. Für die beiden Vorhaben stellt der Pfälzische Tischtennis-Verband 10.000,-- DM zur Verfügung. Das Waldstadion hat ebenfalls eine gründliche "Überholung" notwendig. 20 Turner beteiligen sich am Landesturnfest in Pirmasens. Die A-Mannschaft der Faustballer wird Meister ihrer Klasse.
1962 Zahlreiche Mitglieder werden ob ihrer Verdienste in der Generalversammlung geehrt. Der Mitgliederstand beläuft sich auf 760. Die Keglerfreunde beginnen -meist in Eigenleistung- in der "Oberen Turnhalle" mit dem Bau einer entsprechenden Bahn. Der Vorsitzende beklagt den Mangel an Übungsleitern, da bereits mehrere Jugendliche infolge unzureichender Betreuung aus dem Verein ausgetreten sind.
1963 Bereits in diesem Jahr kann die Kegelbahn in Betrieb genommen werden. Das Deutsche Turnfest in Essen findet bei der TSG nur wenig Beachtung. In mehreren Abteilungen herrscht gegenwärtig eine Art "Stillstand". Vor allem der Turnbetrieb muss wieder aktiviert werden! Hierzu will man einen Turnlehrer anstellen. Jörg Mattheis, ein großes Talent im Zehnkampf der Leichtathleten wird in die Olympia-Auswahl berufen.
1964 Endlich wird der Traum der Schwimmer Wirklichkeit. Am Tag der Einweihung des von der Stadt erbauten Bades findet ein Bundesschwimmfest statt. Bald darauf auch die Süddeutschen Meisterschaften. Jörg Mattheis wird Pfalzmeister der Junioren im Zehnkampf mit 6.296 Punkten. Dies ist neuer Pfalzrekord. Die Glassinis werden in der Sechser-Gruppe mit den Athleten Willi Stumpf, Ernst Kesselring, Wolfgang Gauer, Dieter Holzheimer, Karl Krauß und Günther Hofmann erneut Deutscher Meister.
1965 Ein eher "ruhiges" Sportjahr! Die Kunstkraftsportler erringen bei den Meisterschaften mit der Fünfer- und Sechser-Gruppe jeweils die Plätze 2. Das "Aushängeschild" der TSG, die "Glassinis" feiern ihr 30-jähriges Bestehen! Ein Jugend-Fußballturnier und der Werfertag finden große Beachtung.
1966 Jörg Mattheis wird in Budapest Vize-Europameister im Zehnkampf der Leichtathletik. Bei der Generalversammlung wird Rudolf Dietz zum 1. Präsidenten gewählt. Willmuth Klausing übernimmt das Amt des geschäftsführenden Vorsitzenden.
1967 Im Sommer kann das Nebengebäude im Waldstadion mit Umkleidekabinen und Duschen seiner Bestimmung übergeben werden. Für hervorragende Leistungen, die den Verein weit über die Grenzen Eisenbergs hinaus bekannt machten, werden die "Glassinis" in einer Versammlung besonders geehrt. Die Sportler Ernst Beck, Günther Hofmann, Dieter Holzheimer, Karl Krauß und Willi Stumpf nehmen den wohlverdienten Beifall aller Anwesenden entgegen.
1968 Eine Badmintonabteilung mit 15 Aktiven wird gegründet. Eine ereignisreiche Saison für die Leichtathleten. Zahlreiche gute Platzierungen werden bei regionalen- und überregionalen Meisterschaften, sowohl im Jugend- als auch im Aktivenbereich errungen. 32 Mannschaften "bevölkern" beim 12. "Jakob-Letzelter-Gedächtnisturnier" das Waldstadion! Teilnahme zahlreicher TSG-Sportler beim Deutschen Sportfest in Berlin! Die TSG besteht -ihre Vorgängervereine mit einbezogen- 90 Jahre!
1969 Mittlerweile steigt die Mitgliederzahl auf über 900. Tatsächlich ein "Großverein", wie er selten in vergleichbaren ländlichen Regionen zu finden ist! In Sachen "Vereinsvermögen" sollen endlich klare Verhältnisse geschaffen werden, da die zwei Turnhallen rechtlich gesehen immer noch im Besitz der früheren Vereine sind, obwohl diese schon lange nicht mehr existieren.
1970 Die TSG wird mit der Durchführung eines Ländervergleichskampfes im Kunstkraftsport beauftragt. Da die Zahl der Tennisspieler, vor allem bei den Jugendlichen, stark ansteigt, bemüht sich die Abteilung um die Schaffung weiterer Spielfelder. In Juni werden die zwei Turnhallen nach langwierigen Verhandlungen der TSG notariell überschrieben. Die 1963 erbaute Kegelbahn in der oberen Turnhalle wird auf automatischen Betrieb umgestellt.
1971 Ein Jahr ohne besondere sportliche Höhepunkte. Um den Bau der vorgesehenen Tennisplätze in Angriff nehmen zu können, muss bei der Sparkasse ein Darlehen von 20.000,-- DM aufgenommen werden. Der Sportbund empfiehlt, den Mitgliedsbeitrag für Erwachsene auf 2,-- DM und für Jugendliche auf 1,50 DM anzuheben.
1972 Die TSG bekommt schon wieder "Zuwachs"! Eine Spielgemeinschaft für Prellball erlebt ihre ersten Anfänge. Der Empfehlung des Sportbundes, die Mitgliedsbeiträge anzuheben, wird Rechnung getragen, man geht jedoch noch über diese hinaus. Aufgrund der schwierigen finanziellen Situation werden die Beiträge für Erwachsene auf 3,-- DM und für Jugendliche und Frauen auf 2,-- DM festgesetzt. Schüler und Rentner zahlen 1,-- DM, Familien 5,-- DM. Die Tischtennisspieler zeigen schon seit Jahren gute Leistungen. Eine Mannschaft spielt in der Landesklasse. Die Badminton-Jugendmannschaft nimmt an den Pfalzmeisterschaften teil. Für den Umbau der Oberen Turnhalle gibt die politische Gemeinde, d.h. Stadtverwaltung, einen Zuschuss von 35.000,-- DM. Trotz enormer Eigenleistung zahlreicher Mitglieder muss ein Darlehen von 40.000,-- DM aufgenommen werden, um eine Bühne und zeitgemäße Umkleideräume schaffen zu können
1973 Das zarte Pflänzchen "Prellball" entwickelt sich gut. Am "Jakob-Letzelter-Turnier" der Faustballer beteiligen sich 50 Mannschaften aus dem gesamten süddeutschen Raum. Die Kunstkraftsportler können von einem seltenen Jubiläum berichten. Sie errangen insgesamt zwölf Deutsche Meistertitel in einer Fünfer- oder Sechser-Gruppe. Die Fußballer schaffen wieder den Aufstieg in die A-Klasse.
1974 Die Glassinis feiern ihr 40-jähriges Bestehen. Die Prellballer werden beim 1. Weinstraßenturnier 1. Sieger. Erneut meldet sich eine neue Abteilung zu Wort. "Karate" soll künftig einen festen Platz in der TSG haben. Für die Umbauarbeiten in der Oberen Turnhalle müssen weitere 100.000,-- DM Darlehen aufgenommen werden. Interessant: In den letzten sieben Jahren werden insgesamt 528.000,-- DM Einnahmen und Ausgaben verbucht!
1975 Gegenwärtig dominiert der Breitensport. So regt sich im Verein -entgegen früherer Jahre- wenig. An den Übungsstunden der Turner nehmen im Durchschnitt 30 Jungen und Mädchen teil. Seit im Verein Tischtennis gespielt wird, war die Zahl der Aktiven und Jugendlichen noch nie so hoch wie in diesem Jahr. 25 Aktive und ebenso viele Jugendliche nehmen am Training teil. Sieben Mannschaften beteiligen sich an den Rundenspielen.
1976 Der bisher selbständige Schachclub schließt sich der TSG an. Die Anhänger des "weißen Sports" freuen sich über die Fertigstellung von drei Tennisplätzen. Dem Verein gehören mittlerweile 1.100 Personen an. Die diesjährige Generalversammlung findet erstmals im neuen "Jahnsaal" statt. Anwesend sind 70 Mitglieder. Die Fußballer verzeichnen einen starken Zulauf. Neben zwei aktiven Mannschaften können sieben Schüler- bzw. Jugendmannschaften aufgeboten werden. Die Damen-Dreier-Gruppe der Glassinis, bestehend aus den Sportlerinnen Sylvia Gessner, Gabi Hertel und Gisela Hoffmann, wird bei den Deutschen Meisterschaften 1. Sieger.
1977 Die Zahl der Mitglieder steigt stetig an. Der "Großverein" TSG zählt ein Jahr vor seinem 100-jährigen Vereinsjubiläum 1.260 Aktive und passive Mitglieder. Nicht weniger als 60 Übungsleiter sorgen sich mit viel Engagement um die sportliche Ertüchtigung aller Altersgruppen. Als neue Abteilung melden sich die Handballer (in früheren Jahren die sportliche Heimat vieler Eisenberger).
1978 100 Jahre Turnen und Sport in Eisenberg! Die Hauptfeierlichkeiten der TSG finden vom 07.-09. Juli in einem großen Festzelt statt. Fast alle Abteilungen sind beteiligt. Außerdem stehen 30 Veranstaltungen über das ganze Jahr verteilt unter dem Motto 100 Jahre TSG. Der Verein zählt 1309 Mitglieder. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten findet erstmals nach vielen Jahren wieder ein "Turnernachmittag" mit Darbietungen aller Gruppen statt. Die Jugend-Mannschaft der Tischtennis-Abteilung wird Pfalzmeister und holt den Pfalzpokal nach Eisenberg. Zum Deutschen Turnfest in Hannover fährt nur eine verhältnismäßig kleine Gruppe Eisenberger Turnerinnen und Turner. Ruth Wolf wird Deutsche Seniorenmeisterin im Weitsprung.
1979 Im Waldstadion wird der neue Rasenplatz eingeweiht. EKW stellt weiteres Übungsgelände zur Verfügung (heute Tennensportplatz). Edmund Oestreicher wird 2. Präsident. Eugen Glas ist gestorben. Er war der Gründer der sehr erfolgreichen Kunstkraftsportgruppe "Glassinis". Die renovierte Obere Turnhalle bekommt einen neuen Namen: Jahnhalle. Die 1978 neu gegründete Handball-Abteilung entwickelt sich unter Abteilungsleiter Manteufel sehr gut. Zeitweise spielen bis zu acht Mannschaften in verschiedenen Ligen.
1980 Wegen schlechten Besuches wird die Durchführung des Sportlerballes und des Kerwetanzes aufgegeben. Nach 20-jähriger Pause stellt die Turnabteilung drei Mannschaften zusammen, die an der Gauliga teilnehmen.
1981 Die Abteilung Tennisclub trennt sich von der TSG und wird eigenständiger Verein. Die Toilettenanlage der Jahnhalle wird saniert. Die Berufschulhalle wird in Betrieb genommen. Die Prellball-Abteilung ist Ausrichter der Süddeutschen Jugendmeisterschaften.
1982 Letztes "Jakob-Letzelter-Faustball-Turnier" in Eisenberg. Seit 1956 wurde dieses große Turnier jedes Jahr von der Faustball-Abteilung durchgeführt. Oskar Hermann gibt nach sieben Jahren die Leitung der Abteilung Turnen an Wilhelm Hahn ab.
1983 Zum ersten Mal wird ein von mehreren Vereinen organisierter und getragener Tanzball, der 1. " Herbstball der Vereine" durchgeführt. Die Schach-Abteilung richtet den 52. Pfälzischen Schachkongress aus. Peter Neuendorf gründet die Abteilung "Trimming 130", eine dem Gesundheitssport zugewandte Breitensportgruppe. In der Gruppe, die das Deutsche Turnfest in Frankfurt besucht, befinden sich auch zahlreiche Erwachsene.
1984 Auf einen Brief an den Rat der Stadt Eisenberg/Thüringen zwecks Sportleraustausch kommt keine Antwort. Thomas Boger von der Turn-Abteilung wird Rheinland-Pfalz-Meister im Deutschen Sechskampf. Die Abteilung Karate ist Ausrichter der Schüler- und Jugend- Rheinland-Pfalz- Meisterschaften.
1985 Die Heizung der Jahnhalle wird auf Erdgas umgestellt. Die 1. Mannschaft der Fußball-Abteilung der TSG steigt unter der sportlichen Leitung von Rudi Bernhard in die Bezirksliga auf. In der Karate-Abteilung wird Europameister Marian Glad Trainer. Eine Leistungsgruppe wird gebildet. Uwe Schwehm wird Senioren-Rheinland-Pfalz-Meister. Bei den Junioren wird ein 1. Platz und im Junioren-Mannschafts-Wettbewerb ein 2. Platz erreicht.
1986 In der Jahreshauptversammlung am 09.Mai wird beschlossen, den ersten Bauabschnitt der Jahnhallenerweiterung (Praxis- und Geschäftsräume) durchzuführen. Die Leitung hat das Architekturbüro Radenheimer. Die Baukosten betragen 980.000,-- DM. Im Waldstadion wird der dritte Sportplatz (Tennenplatz) in Betrieb genommen. Als Beginn einer zehn Jahre dauernden Spendenaktion zu Gunsten des Rheinland-Pfalz-Partnerlandes Ruanda veranstaltet die Abteilung "Trimming 130" ein großes Spielfest im Waldstadion und Schwimmbad mit Rundflügen und Fallschirmspringen. Die Trainerin Marcela Pauer schart einige junge Leichtathletik-interessierte Sportler um sich und bringt damit wieder etwas Leben in die schon Jahre danieder liegende TSG-Leichtathletik. In der Karate-Abteilung übernimmt Uwe Schwehm die Trainingsleitung. John Bolosan wird Senioren- Rheinland-Pfalz- Meister. Die Kumite-Mannschaft belegt Platz 2, ebenso die Kata-Mannschaft der Frauen. Bei den Jugend- und Junioren-Rheinland-Pfalz-Meisterschaften werden drei 2. Plätze erzielt. Andreas Asel, Karin Pfänder und Uwe Schwehm, der die 2. Dan-Prüfung besteht, werden in den Karate-Landeskader aufgenommen. Am 21. April beginnen die Rohbauarbeiten des ersten Bauabschnitts der Jahnhallenerweiterung. Am 08. Juli ist Richtfest. Im November eröffnet Dr. Dietz die Arztpraxis und Gerhard Lauer seine Massagepraxis. Die Schachabteilung findet im sogenannten Studio einen neuen Übungsraum. Später wird noch ein Jugendraum eingerichtet. Aussage Willmuth Klausing: "Was wir bauen und gebaut haben, dient dem Sport und der Erhaltung der Sportstätten. Nach 20 Jahren sind die Schulden getilgt und dann stehen die Gelder dem Sport zur Verfügung." Die Baukosten betragen 944.605,45 DM (erster Bauabschnitt). Der zweite Bauabschnitt wird auf spätere Jahre verschoben. Die erste "Trimm-Trab"-Veranstaltung in Verbindung mit der AOK wird durchgeführt. Organisator ist Peter Neuendorf von Trimming 130.
1987 Am Deutschen Turnfest in Berlin nehmen 33 Sportlerinnen und Sportler teil. Die Karate-Abteilung ist Ausrichter der Rheinland-Pfalz-Seniorenmeisterschaften. Das Eisenberger Frauenteam (Kata) belegt Platz 1, Fatimo Pfeifer und Uwe Schwehm erreichen jeweils Platz 2. In den Karate-Landeskader werden Stefan Kollmannsperger, Stefan Opperskalski und Fatima Pfeiffer aufgenommen.
1988 Die TSG beteiligt sich am Umzug "1225 Jahre Eisenberg" am 19. Juni. Die 1. Fußballmannschaft steigt in die Verbandsliga auf. Am 12. Dezember wird Doris Roth zur Leiterin der Abteilung Trimming 130 gewählt. Die in den letzten Jahren gebildete Turngemeinschaft Eisenberg/Grünstadt steigt in die Landesliga auf.
1989 Im Januar ist unser Präsident Rudi Dietz gestorben. Er war 23 Jahre lang 1. Präsident der TSG. Vom 21.Juli bis 06. August fahren ca. 100 Aktive und jugendliche Fußballer mit Betreuer nach Sanski Most (Jugoslawien). Organisator: Dieter Dech. Nach Umgestaltung, Renovierung und Sanierung der Jahnstube-Gaststätte, großer Saal, wird am 12. Dezember mit fast 100 Gästen die Einweihung gefeiert. Geschätzte Kosten ohne Mehrwertsteuer: Renovierung Halle: 70.000,-- DM Umgestaltung Jahnstuben 100.000,-- DM Schaffung Nebenzimmer einschl. Abriss Treppe zur Galerie usw. 65.000,-- DM 235.000,-- DM Tatsächlich werden aufgewendet: 285.594,02 DM Hauptinitiatoren waren: Willmuth Klausing, Hans Jutzi, Paul Bieck, Kurt Eckel und Oskar Herrmann. Im März trifft sich erstmals eine Gruppe Interessierter zwanglos zum gemeinsamen Laufen, die "Vorläufer" zur Abteilung Lauftreff. Thomas Boger und Brigitte Wolf werden beide Rheinland-Pfalz-Meister im Jahn-Neunkampf, Turnen.
1990 Anlässlich der Jahreshauptversammlung im Februar besucht uns eine Sportlerdelegation unter Führung von Regina Schönfuß aus Eisenberg/Thüringen. Die Basis einer vielseitigen Sportfreundschaft mit den Thüringern wird dabei gelegt. Edmund Oestreicher und Albert Herrmann werden 1. bzw. 2. Präsident. Die TSG führt eine Veranstaltung unter dem Motto: "Sport für alle", "Sport mit Ausländern" und "Sport mit Aussiedlern" durch. Die TSG-Mitgliederkartei- Verwaltung wird nun schon 20 Jahre lang von Fa. Oerlikon, unter Manfred Kusserow per EDV kostenlos durchgeführt. Helga Darstein gründet eine Stepptanzgruppe. Durch den Wegzug von Frau Pauer fällt die Leichtathletik erneut in ein Tief, das fast drei Jahre anhält. Im Februar wird die Abteilung Lauftreff von 25 Anwesenden gegründet. Abteilungsleiter wird Hermann Matheis. Schon einen Monat später treffen sich Läuferinnen und Läufer der neuen Abteilung als erste Sportler der TSG Eisenberg/Pfalz mit Sportlern von Eisenberg/Thüringen zur Teilnahme am dortigen Mühltallauf. Der Beginn einer vielseitigen Sportfreundschaft zwischen den Vereinen der beiden Eisenbergs und ihrer Umgebung. Beteiligt an dieser praktizierten Wiedervereinigung sind seitens der TSG außer den Läufern nach und nach die Abteilungen Prellball, Tischtennis, Turnen (Gymnastikfrauen), Schach, Handball, Fußball, später auch Volleyball. Viele dieser Freundschaften werden heute noch gepflegt. Das Deutsche Turnfest in Dortmund/Bochung besuchen nur ca. zehn Personen. Elfriede Wolf scheidet nach 20-jähriger Übungsleitertätigkeit als aktiver Helfer bei der Turnabteilung aus. Die Abteilung Karate wählt Stefan Lösel zu ihrem Abteilungsleiter.
1991 In der Hauptversammlung am 26. März wird Willmuth Klausing zum 25. Mal zum 1. Vor-sitzenden gewählt. Die Abteilung Lauftreff lädt zum 1. Eisenberger Stadtlauf ein, der fortan jedes Jahr durchgeführt wird.
1992 Am 10. März ist die TSG Eisenberg Gastgeber der von Landrat Werner durchgeführten Ehrungsfeier "Sportler des Kreises". Anfang Oktober wird Johannes Giel als Jugendlicher in der Abteilung Lauftreff als 1.500. TSG-Mitglied geehrt. Aufstieg der 1. Mannschaft der Prellball-Abteilung in die 2. Bundesliga Süd. Die Schach-Abteilung richtet den 62. Pfälzischen Schachkongress aus. In der Abteilung Badminton nimmt leider nur noch eine Mannschaft an der Verbandsrunde teil. Die Turnerabteilung stellt mit Brigitte Wolf, wie vor drei Jahren, die Rheinland-Pfalz-Meisterin im Jahn-Neunkampf. Im Gerätevierkampf qualifiziert sie sich zur Teilnahme am Deutschen Kunstturnerinnen-Cup in Dortmund.
1993 Die TSG kauft Geräte für den Gesundheitssport unter anderem ein Kettler Ergometer und ein Laufband. Übungsleiter: Peter Neuendorf. Marion Schröter und Horst Kaiser beginnen mit großem Engagement die Leichtathletik-Abteilung neu aufzubauen.. Nach fünf erfolgreichen Jahren in der Verbandsliga steigen die Fußballer in die Landesliga ab. Die zunehmende Kommerzialisierung in dieser Sportart wirft ihren Schatten auch nach Eisenberg. Wegen ihres Engagements zur Integration ausländischer Mitbürger und Teilnahme an zahlreichen ausländischen Jugend-Turnieren wird die Fußballjugend der TSG mit dem Preis des Innenministeriums (1000,-- DM) und des Sportbundes "Sport für alle - Platz für alle" ausgezeichnet und 1999 mit dem DFB-Förderpreis "Friedlich miteinander - Wir lernen uns kennen" bedacht. Wilhelm Hahn legt nach elfjähriger Tätigkeit sein Amt als Abteilungsleiter Turnen nieder. Nachdem sich keine "Jungen" finden, springt Oskar Hermann noch einmal als Abteilungsleiter ein. Brigitte Wolf wird erneut Rheinland-Pfalz-Meisterin im Jahn-Neunkampf und setzt diesen Erfolg mit gleichem Ergebnis in den Jahren 1993, 1995, 1996 und 1999 fort.
1994 Der 2. Vorsitzende Bernd Voigtländer tritt zurück. Seine Aufgaben übernimmt Hilmar Schäfer. Die Massagepraxis Sattler wird erweitert durch Schaffung eines weiteren Praxisraumes. Kosten: 23.249,69 DM. Das Dach des kleinen Saales muss wegen Undichtheit saniert werden. Kosten: 23.916,-- DM. In Eigenleistung wird die Holzdecke mit neuen Paneelen montiert und der Parkettboden abgeschliffen und neu versiegelt (Hans Jutzi, Hilmar Schäfer, Ernst Stahl und Hans Weigel). In der TSG wird erstmalig eine Volleyball-Abteilung gegründet. Die Initiative kommt von Gisela und Wolfgang Hüter und wird von Marion Schröter maßgeblich unterstützt. Abteilungsleiter wird Wolfgang Hüter. Zum Deutschen Turnfest in Hamburg fahren 33 Eisenberger Sportler.
1995 Der traditionelle Rosenmontagsball wurde von Jahr zu Jahr schlechter besucht. Beschluss des Gesamtvorstandes: In Zukunft findet kein Ball mehr statt. Internationale Begegnung mit Schüleraustausch aus Japan. 13 Japaner weilen ein Wochenende in Eisenberg und drei Eisenberger waren drei Wochen lang in Japan. Dieser Austausch soll alle zwei Jahre stattfinden. Zwischen der Realschule Eisenberg und der TSG Abteilung Leichtathletik wird ein Kooperationsvertrag abgeschlossen, samt einer jährlichen Zuschussgewährung durch das Land. Die 1. Prellball-Mannschaft steigt in die 1. Bundesliga Süd auf. Zur finanziellen Unterstützung der Fußball-Abteilung wird ein "Förderverein Fußball" gegründet. Der TSG Eisenberg wird durch die Zusatzausbildung ihres Übungsleiters Peter Neuendorf das Prädikat "Pluspunkt Gesundheit" des Deutschen Turnerbundes verliehen. Die Abteilung Lauftreff ist erstmals Ausrichter eines Wertungslaufs über 10 km zur Pfalzmeisterschaft für Mannschaften. In der Abteilung Turnen gelingt endlich der Generationenwechsel und Norbert Boger wird zum Abteilungsleiter gewählt.
1996 Herausgabe einer neuen TSG-Broschüre: Eisenberg stellt sich vor. Sinn der Broschüre ist, was kann die TSG ihren Mitgliedern und auch den Interessierten, die Sport treiben wollen, anbieten. Der kleine Saal wird mit neuen Fenstern ausgestattet. Die Läuferin Josefa Matheis wird erstmals Pfalzmeisterin im Halbmarathon und Rheinland-Pfalzmeisterin im Marathon. Sie beginnt damit eine Sport-Karriere, die in den folgenden sieben Jahren zu 21 Pfalzmeisterschaften und acht Rheinland-Pfalz-Meisterschaften führen wird (3000m-Lauf bis Marathon, Cross- und Bergläufen). Bei Karate wird Andreas Asel neuer Abteilungsleiter. Nach mehrjähriger Pause gelingt es der Turnabteilung wieder, eine Frauenmannschaft aufzustellen, die an der Verbandsrunde teilnimmt und sowohl Pfalz-Vize-Meister, als auch Rheinland-Pfalz-Vizemeister wird. Ähnliche Erfolge sollten sich 1997 (3.Platz bei den Pfalzmeisterschaften), 1999 (2. Platz bei den Pfalzmeisterschaften) und 2000 (2. Platz bei den Pfalzmeisterschaften, 3.Platz bei der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft) wiederholen.
1997 Die Abteilung Karate, unterstützt von Malermeister Herbert Lakas, streicht den kleinen Saal, die Gänge und das Treppenhaus neu. Im Februar verlässt uns durch sein Ableben unser Ehrenmitglied und die Seele des Vereines, Paul Bieck. Durch Abbau der alten Kegelbahnanlage wird die Schaffung eines Abstellraumes möglich. Die Anschaffung eines Computers ermöglicht die Mitgliederverwaltung und die Abbuchung der Mitgliederbeiträge in eigener Regie durchzuführen. Auch die Buchhaltung wird per EDV gemacht. Jahresabschlüsse und Haushaltsaufstellung werden jetzt durch die TSG selbst erstellt. Christel Schäfer und Hans-Günther Ringel sind hierfür verantwortlich. Die Abwasseranschlussleitung, durch die Werke kostet 4.100,-- DM. Der Förderpreis für Ehrenamt von Sportbund Pfalz geht an Peter Neuendorf. Zum zweiten Mal steigt die 1. Prellball-Mannschaft in die 1. Bundesliga Süd auf. Mit der Zusatzausbildung von Anke Popp wird unserem Verein zum zweiten Mal das Zertifikat "Pluspunkt Gesundheit" des DTB verliehen. Brigitte Wolf schafft wie schon ein Jahr zuvor den 3. Platz bei den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften im Jahn-Neun-Kampf und wird Sportlerin des Kreises. Andreas Asel von der Karateabteilung wird Deutscher Vizemeister (Kata).
1998 Geländekauf vor der Praxis Dr. Dietz von der Stadt Eisenberg: 32.000,-- DM. Die Anschaffung eines neuen Bühnenvorhangs im Wert von 15.000,-- DM wird durch Spenden Klausing und VG-Werke ermöglicht. In der ehemaligen Kegelbahn wurden neue Fenster montiert und im vorderen Bereich (Garderobe) wird ein Kraftraum geschaffen, der mit aus zweiter Hand eingekauften Geräten ausgestattet wird. Kosten für alles: 16.000,-- DM. Die Abteilungen Tischtennis und Karate haben in Eigenregie die Malerarbeiten durchgeführt. Unser Pressewart Hans-Werner Eschmann ist gestorben. Die Schach-Abteilung richtet die 17. Rheinland-Pfälzische Einzelmeisterschaft aus. Die Faustball-Abteilung stellt mangels junger Spieler den Wettkampfbetrieb ein. Mehr al 40 TSG'ler machen sich auf dem Weg zum Deutschen Turnfest nach München.
1999 Unser Ehrenmitglied Emil Schäfer ist gestorben. Die Verbandsgemeinde Eisenberg hat einen neuen Kunstrasenplatz einschließlich Kleinfeld geschaffen. Über 200 Sportabzeichen (Vereinsrekord) wurden abgelegt. Die TSG hat über 27 Übungsleiter mit Sportbundlizenzen. Im August wird unser langjähriger Schatzmeister Hans Jutzi zu Grabe getragen. Erstmals wird in der TSG eine Basketball-Abteilung gegründet. Erster Abteilungsleiter ist Jürgen Sorgner. In der Karate-Abteilung macht Andreas Asel seine 2. Dan-Prüfung. Der Tischtennisspieler Daniel Petzold schafft den Sprung in die 2. Bundesliga.
2000 Eine Erweiterung des Kraftraumes wird durchgeführt. Der SV Rodenbach hat die Jahnhalle für eine Prunksitzung gemietet. Vor dem Jahnstubeneingang werden drei Bäume als Schattenspender gepflanzt. Trotz Bau einer Gymnastikhalle bei der Grundschule, wird nach wie vor die Jahnhalle von der Grundschule für den Sportunterricht angemietet. Der sogenannte Jugendraum wird zu einem Geschäftszimmer mit Telefonanlage, Fax, Kopiergerät und Computer mit Internetanschluss ausgebaut. Am 2. November wird die TSG Eisenberg vom Bezirksverband Pfalz und Sportbund Pfalz besonders ausgezeichnet für langjährige Verdienste um die Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Der TSG-Beitrag Erschließung Stadtmitte beträgt: 87.175,50 DM. Die Hälfte ist in zwei Raten (2000 und 2001) zu bezahlen, je 21.794,-- DM. Der Rest in zehn Jahresraten von je 4.358,75 DM. Die Fußballmannschaft der A-Junioren wird Bezirksmeister und steigt in die Verbansliga auf. Unsere junge, inzwischen schon gut etablierte Volleyball-Abteilung wird zu einem Turnier in Eisenberg/Thüringen eingeladen. Sie spielt dort recht erfolgreich und schließt Freundschaft mit den Sportlern aus unserer Partnerstadt. Die Volleyballer reihen sich damit in die Gruppe zahlreicher TSG-Abteilungen ein, die zum Teil schon seit 1990 Sportfreundschaften mit Thüringer Vereinen pflegen. Brigitte Wolf wird Vizemeisterin bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Berlin und erneut Sportlerin des Kreises. Arno Seibert gründet innerhalb der Abteilung Lauftreff eine Walking-Gruppe.
2001 Der Tod von Ehrenmitglied Wilhelm Klein ist zu beklagen. Der Ausbau der Friedrich-Ebert-Straße führt zu einer Umlage von 12.562,69 DM. Über dem Bühnenhaus wird das Dach erneuert und eine Isolierung angebracht. Außerdem wird der Fassadenanstrich auf der Südseite der Jahnhalle erneuert und ein 6 qm-großes TSG-Werbeschild montiert. Unsere zwei alten Fahnen von 1878 und 1903 werden renoviert und ein TSG-Wimpel für die Jugend angeschafft. Die Gesamtkosten von ca. 15.000,-- DM können zum großen Teil durch Spenden finanziert werden. Das Flachdach über Wohnungen und Jahnstubenküche wird saniert. Willmuth Klausing legt das Amt des 1. Vorsitzenden nach 35 Jahren nieder. Präsident Edmund Oestreicher hält eine Laudatio. Hilmar Schäfer wird zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Willmuth Klausing wird Ehrenvorsitzender. Unter Federführung von Albert Herrmann wird eine Ehren-, Geschäfts- und Finanzordnung erstellt. Das TSG-Geschäftszimmer mit festen Geschäftszeiten wird eröffnet. Ab 1. Januar wird eine neue Übungsleitervergütung durchgeführt. Ein Kooperationsvertrag zwischen Grundschule Eisenberg mit TSG wird abgeschlossen. Am 1.Januar wird das 2000. Mitglied aufgenommen: Thomas Lemm! Ein Jubiläumsausschuss für die 125-Jahrfeier wird gebildet. Die Prellball-Abteilung richtet zum zweiten Mal die Süddeutschen Jugend-Meisterschaften aus. Die jungen Sportler der Leichtathletik-Abteilung erkämpfen zwölf Pfalztitel und einen Pfalzrekord. Auch der Sportler des Kreise, Daniel Peterschütz, kommt aus dieser Abteilung, die inzwischen weit über 100 aktive Schüler und Jugendliche hat. Brigitte Wolf übernimmt die Abteilung Turnen als Abteilungsleiterin. Sie startet auch zusammen mit Maria Boger-Mickert bei den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften. Beide Turnerinnen stehen am Ende auf dem Siegertreppchen. Brigitte wie im Vorjahr als Deutsche Vizemeisterin und Maria Boger-Mickert auf dem 3. Platz. Maria Boger-Mickert wird in diesem Jahr zur Sportlerin des Kreises gewählt.
2002 Am 08. März tritt der 2. Präsident Albert Herrmann zurück. Die Heizungs- und Warmwasserbereitungs-Anlagen werden unter Einsatz von Solarenergie modernisiert um Betriebskosten zu sparen. Die Finanzierung wird durch Sonderprogramm bezuschusst: Land 14.200,--€ Kreis 4.700,--€ Darlehen Kreissparkasse 30.000,--€ Gesamt 48.900,--€ Eine Schließanlage für die Jahnhalle und Nebenräume wird angeschafft. Kosten: 1.600,-- €. Die TSG richtet eine Homepage ein: www.tsg-eisenberg.de Das neue Waldstadion mit Leichtathletikanlage und der Neubau eines Umkleidegebäudes durch die Verbandsgemeinde Eisenberg werden in Betrieb genommen. Die Volleyball-Abteilung bietet Training auch für Jugendliche an. Sie ist auf 40 Mitglieder angewachsen. Die Abteilung Leichtathletik stellt erneut den Sportler des Kreises (Pascal Schröter). Sieben Rheinland-Pfalz-Titel und 14 Pfalztitel gehen nach Eisenberg. Die Verbandrunden-Mannschaft der Badminton Abteilung steigt in die A-Klasse auf. Josefa Matheis von der Abteilung Lauftreff erzielt ihren bisher größten persönlichen Erfolg. Sie wird zweite beim München-Marathon. Mit einer Delegation von 30 TSG-Sportlern wird das Deutsche Turnfest in Leipzig besucht. Die Turnabteilung der TSG ist erstmals Ausrichter der Rheinland-Pfalz-Mehrkampfmeisterschaften . Im Jahn-Sechskampf siegt die Eisenbergerin Katja Maschwitz und im Jahn-Neunkampf unsere Maria Boger-Mickert. Rolf Ebel von der Karate-Abteilung macht seine 2. Dan-Prüfung. Die 15-jährige Anne Reiske wird Rheinland-Pfalz- Jugend-Schachmeisterin.
2003 Die Prellball-Abteilung führt im Juni ihr 25. Pokalturnier durch. Die Mannschaft Männer 50 wird zum ersten Mal Süddeutscher Seniorenmeister und Vierter bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Bremen. Die Abteilung Lauftreff ist nach 1995 und 1999 zum dritten mal Ausrichter eines Wertungslaufes zur Pfalzmeisterschaft. Dazu kommen ca. 700 Läufer nach Eisenberg.
Willmuth Klausing
Gerold Wolf
Wenn die Turn- und Sportgemeinde Eisenberg e.V. im Jahr 2003 "125 Jahre Turnen und Sport" in Eisenberg infolge der Vereinsgründung "Turnverein 1878" feiern konnte, so muss der Vollständigkeit halber auch an vier weitere Vereine erinnert werden, die alle letztendlich im heutigen Großverein TSG integriert sind.
Die vier Vereine waren:

"Turnerbund Jahn" (1903 - 1914)
1. Vorsitzender Adam Rauch 1903 - 1908
1. Vorsitzender Michael Mayer 1909 - 1911
1. Vorsitzender Adam Rauch 1912 - 1913
1. Vorsitzender Georg Diehl 1914

Arbeiter- Turn- und Sportverein "Frei Heil" (1919 - 1928)
1. Vorsitzender Karl Hochstetter II. 1919 - 1921
1. Vorsitzender Heinrich Neumüller 1922 - 1924
1. Vorsitzender Wilhelm Bernhard 1925 - 1933

"Verein für Rasenspiele Eisenberg e.V." (1925 - 1945)
1. Vorsitzender Hermann Wilbert

Arbeiter-Athletenklub "Eiche 1905 Eisenberg" (1905 - 1933)
1. Vorsitzender Heinrich Eidt


P.S. Für die heutige sporttreibende Jugend kaum vorstellbar: Fußmärsche auch in die weitere Umgebung von Eisenberg, um an Wettkämpfen teilnehmen zu können. Austritte aus dem Verein, wenn der Beitrag um fünf Pfennige erhöht werden musste.
Monatelanger Arbeitseinsatz vieler Mitglieder beim Bau der Turnhalle, des Turnplatzes und eines Sportplatzes. Gegenseitiges Ausleihen von Turngeräten zwischen befreundeten Vereinen.
Ausschluss aus dem Verein, wenn die Übungsstunden ohne Grund nicht regelmäßig besucht wurden.
Lange Diskussionen, wenn auch nur ein Fuß- oder Handball angeschafft werden soll.
Wie finanziert man den Kauf einheitlicher Sportkleidung?

"Arbeiter-Olympiade" 1931 in Wien!
Teilnehmer: Peter Heilmann, Josef Hetzel, Julius Holzheimer, Ludwig Schmidt
Die Strecke nach Wien und zurück wird zu Fuß bewältigt.
Nach ihrer Rückkehr empfangen die Turnerjugend und viele Sportfreunde die vier Idealisten mit Musik und geleiten sie zu einem Empfang in der Turnhalle.

Edmund Oestreicher