Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.205
Datum: Samstag, den
03. September 2011
Seite: 19
Lokalmatador sorgt für Überraschung
17-jähriger Sven Käshammer von der TSG Grünstadt wird Zweiter im Hochsprung bei der Eisenberger Flugnacht
Was für ein großartiger Abend in einem der schönsten Leichtathletik-Stadien der Pfalz:
Die Flugnacht in Eisenberg war wieder ein richtiges Spektakel. Rund 3000 Zuschauer sahen Leichtathletik der Spitzenklasse. Den
gut besetzten Stabhochsprung-Wettbewerb gewann Björn Otto. Der Athlet vom LAV Bayer Uerdingen/Dormagen übersprang 5,58 Meter und
schaffte damit einen neuen Stadionrekord. Die Überraschung des Abends war aber der zweite Platz des 17-jährigen Sven Käshammer
von der TSG Grünstadt im Hochsprung.
Kaum liegt Käshammer auf der Matte, richtet er sich auch wieder auf, nimmt die Hände vors Gesicht. Es war knapp. Ganz knapp.
Seine persönliche Bestleistung von 1,95 Meter hatte er im ersten Versuch gemeistert. An den zwei Metern scheiterte der
B-Jugendliche, der in Freinsheim wohnt, hauchdünn. "Ich hätte echt nicht erwartet, dass ich hier Zweiter werde. Da waren ja
noch andere dabei, die schon über zwei Meter gesprungen sind",
berichtete Käshammer nach einem tollen Wettkampf.
Lediglich dem Stadionrekordhalter Sebastian Kneifel (TSV Bayer 04 Leverkusen) musste sich der Schützling von Heike Siener
geschlagen geben. Kneifel siegte mit übersprungenen 2,08 Meter - und gab während des Wettkampfs Käshammer immer wieder Tipps.
"Das war klasse", schwärmte der 17-Jährige. Von Kneifel gab es auch ein Lob für das Hochsprung-Talent: "In der B-Jugend war ich
auch nicht viel besser. Ich hoffe, dass er möglichst bald die zwei Meter schafft." Der 28-Jährige hatte sich im Juni eine
Fußverletzung zugezogen, kommt erst langsam in Form und verfehlte gestern Abend seinen im Vorjahr aufgestellten Stadionrekord
von 2,16 Metern deutlich. "Die Kulisse und die Anlage hier sind einfach klasse. Ich will unbedingt derjenige sein, der in
Eisenberg als erstes über 2,20 Meter springt", kündigte Kneifel gestern an.
Das würde sicher auch Organisator Guido Finkler von der TSG Eisenberg gut gefallen. Doch auch ohne Stadionrekord im Hochsprung
war er zufrieden: "Die Veranstaltung verlief wieder reibungslos. Wir hatten viele Zuschauer und wir haben tolle Leistungen
gesehen."
Zufrieden war auch der Sieger im Stabhochsprung: "Die Atmosphäre ist hier genial. Ich will im nächsten Jahr auf jeden Fall
wiederkommen", sagte Björn Otto, der am Ende die Latte bei 5,70 Metern auflegen ließ, aber dreimal knapp scheiterte.
Vorjahressieger Fabian Schulze übersprang die Anfangshöhe von 5,38 Meter, riss dann aber dreimal bei 5,58 Meter. "Schade,
es war knapp. Leider konnte ich diesmal nicht das zeigen, was ich zeigen wollte", so Schulze.
Einen weiteren Stadionrekord stellte Aline Krebs beim Lauf über die Meile (1609 Meter) auf. Die 23-Jährige vom LAZ Zweibrücken
lief dem Feld schon am Anfang weg und kam in 4:47,31 Minuten ins Ziel. Die alte Bestmarke lag bei 4:49,47 Minuten. "Eigentlich
hatte ich mir keine spezielle Zeit vorgenommen, dass es so gekommen ist, ist super", meinte Krebs.
Im Weitsprung schrammte der Ghanaer Robert Martey nur um Haaresbreite an seiner persönlichen Bestmarke vorbei. Der 26-Jährige,
der in der Niederlande in Rotterdam lebt und trainiert, gewann mit 7,89 Metern den Wettbewerb. Damit blieb er nur drei
Zentimeter unter seinem eigenen Rekord. "Ich bin sehr zufrieden. Mein Ziel war es zwar, hier endlich die Acht-Meter-Marke zu
knacken. Dass es letztlich nicht ganz gereicht hat, ist aber nicht schlimm", sagte Martey. Zweitweitester Athlet war Jan Brunken
von der LG Göttingen, der 7,45 Meter sprang.
Immer wieder feuerte das Publikum mit rhythmischem Klatschen Wojtek Czyz vom 1. FC Kaiserslautern an. Der Paralympics-Sieger
schaffte im letzten Sprung die sechs Meter. "Ich war für die Flugnacht extra im Trainingslager in Polen", sagte Czyz, der wegen
einer Verletzung am Rücken und in der Wade lange ausfiel und in Eisenberg seinen ersten Wettkampf in diesem Jahr bestritt.
"Unter diesen Voraussetzungen bin ich zufrieden." Die Flugnacht in Eisenberg, sie gehörte für Czyz auch zur Vorbereitung auf die
Paralympics im nächsten Jahr in London.
Wie in den Vorjahren waren auch diesmal die Staffelrennen der Grundschulen ein Höhepunkt. Den Sieg sicherten sich die
Titelverteidiger aus Ramsen vor den Staffeln aus Kerzenheim und Göllheim.
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